Inhaltsverzeichnis:
- Warum Wälzlagerfett wichtig ist
- Die richtige Wahl des Wälzlagerfetts
- Wichtige Schritte zur Auswahl des richtigen Schmierfetts
- Unterschiedliche Typen von Wälzlagerfetten
- Wie viel Fett braucht ein Wälzlager?
- Methoden der Lagerschmierung
- Fazit
Warum Wälzlagerfett wichtig ist
Das Fett in einem Wälzlager dient dazu, die Reibung zwischen den sich bewegenden Teilen zu minimieren und den Verschleiß zu reduzieren. Es schützt die Lageroberflächen vor Korrosion und Verunreinigungen und sorgt dafür, dass die Lager effizient arbeiten. Mit der Zeit kann das Fett jedoch austrocknen und seine Wirkung verlieren, was zu erhöhter Reibung und letztlich zu Schäden am Lager führt. Um das zu vermeiden, ist eine regelmäßige Nachschmierung erforderlich.
Die richtige Wahl des Wälzlagerfetts
Die Wahl des passenden Wälzlagerfetts hängt von verschiedenen Faktoren ab. Im ersten Schritt sollten Sie die Art des Lagers bestimmen: Handelt es sich um ein Gleitlager oder um ein Wälzlager (z.B. Kugel- oder Rollenlager)? Wälzlager müssen regelmäßig mit Fett oder Öl geschmiert werden, um die Leistungsfähigkeit zu erhalten. Gleitlager, die häufig mit einer PTFE-Beschichtung versehen sind, benötigen in der Regel keine zusätzliche Schmierung.
Wichtige Schritte zur Auswahl des richtigen Schmierfetts
Bestimmen Sie die Art des Schmierstoffs
Es gibt drei Hauptarten von Schmierstoffen: PTFE-Beschichtungen (für Gleitlager), Schmierfette und Ölschmierungen. Wälzlagerfette sind die gängigste Lösung für Lager, die unter normalen Bedingungen arbeiten, während Ölschmierungen bei sehr hohen Drehzahlen und extremen Temperaturen bevorzugt werden.Prüfen Sie die grundlegenden Anforderungen an den Schmierstoff
Ein Schmierstoff besteht in der Regel aus einem Grundöl, einem Verdickungsmittel und Additiven. Das Grundöl sorgt für die eigentliche Schmierung, das Verdickungsmittel bestimmt die Konsistenz des Fetts, und die Additive verleihen dem Schmierstoff zusätzliche Eigenschaften, wie z.B. Korrosionsschutz oder Temperaturbeständigkeit.Ermitteln Sie den Viskositätsindex des Grundöls
Der Viskositätsindex gibt an, wie gut das Öl im Schmierfett bei verschiedenen Temperaturen, Drehzahlen und Belastungen funktioniert. Bei höheren Temperaturen und Belastungen wird ein Fett mit einem höheren Viskositätsindex benötigt, um die Schmierung aufrechtzuerhalten.Wählen Sie den richtigen Verdicker
Der Verdicker im Fett, oft ein Seifenskelett aus Lithium, Calcium oder Natrium, bestimmt die Einsatzbedingungen des Fetts. Zum Beispiel eignen sich Lithiumfette gut für den Einsatz bei mittleren Temperaturen und Belastungen, während Komplexfette oder Polyharnstofffette für hohe Temperaturen und Belastungen besser geeignet sind.Bestimmen Sie den passenden Schmierstoff für Ihre Anwendung
Abhängig von den Betriebsbedingungen des Lagers müssen Sie das richtige Fett auswählen. Für mittlere Temperaturen und Drehzahlen eignen sich Mehrzweckfette, während bei hohen Temperaturen Hochtemperaturfette verwendet werden sollten. In Umgebungen mit hoher Feuchtigkeit oder Verschmutzung ist ein wasserbeständiges Fett empfehlenswert.
Unterschiedliche Typen von Wälzlagerfetten
Je nach Einsatzbedingungen gibt es verschiedene Arten von Wälzlagerfetten, die sich in ihrer Zusammensetzung und Eignung für bestimmte Temperaturen, Drehzahlen und Belastungen unterscheiden:
- Lithiumfett: Standardfett für allgemeine Anwendungen, geeignet für Temperaturen von -20°C bis 130°C.
- Hochtemperaturfett: Geeignet für Lager, die hohen Temperaturen ausgesetzt sind, z.B. in Motoren und Öfen.
- Niedrigtemperaturfett: Für Lager, die bei Temperaturen bis zu -50°C arbeiten, z.B. in der Lebensmittelindustrie.
- Wasserbeständiges Fett: Speziell für feuchte Umgebungen, wie in Pumpen oder der Schifffahrt.
- Lebensmittelsicheres Fett: Für Anwendungen in der Lebensmittelverarbeitung, das strengen Hygienestandards entspricht.
Wie viel Fett braucht ein Wälzlager?
Die richtige Menge Schmierfett ist entscheidend. Zu viel Fett kann zu übermäßiger Wärmeentwicklung führen, während zu wenig Fett den Schutz vor Reibung und Verschleiß verringert. Der Prozentsatz des benötigten Fetts variiert je nach Lagerart und Drehzahl. Bei niedrigen Drehzahlen sollte das Lager zu 50-65 % mit Fett gefüllt sein, während bei höheren Drehzahlen 30-50 % ausreichend sind.
Methoden der Lagerschmierung
Es gibt zwei Hauptmethoden zur Schmierung von Wälzlagern:
- Manuelle Schmierung: Hierbei wird das Fett mit Hilfsmitteln wie Fettpressen oder Fettpumpen direkt in das Lager eingebracht. Diese Methode ist weit verbreitet und eignet sich für Anwendungen mit wenigen Schmierpunkten.
- Automatische Schmierung: Diese Methode wird bevorzugt, wenn viele Lager oder schwer zugängliche Schmierpunkte vorhanden sind. Automatische Systeme sorgen für eine kontinuierliche und präzise Schmierung, was die Betriebssicherheit erhöht.
Fazit
Das richtige Wälzlagerfett spielt eine entscheidende Rolle für die Lebensdauer und Effizienz von Lagern. Die Wahl des passenden Fetts hängt von verschiedenen Faktoren wie Temperatur, Drehzahl und Belastung ab. Eine regelmäßige Nachschmierung ist ebenso wichtig, um den reibungslosen Betrieb sicherzustellen. Egal, ob es sich um allgemeine Maschinen, Getriebe oder spezielle industrielle Anwendungen handelt – mit der richtigen Schmierung verlängern Sie die Lebensdauer Ihrer Wälzlager erheblich und sorgen für einen störungsfreien Betrieb.